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Wonderful to have you here.

So excited to announce that our old-school black/white clip for the computer brand HP wins at the Swiss Commercial Awards. The category is 'Corporate Communication Marketing Film'. We won bronze for best overall impression.

Directed by Timo von Gunten - Produced by Giacun Caduff - Music by Michael Künstle

My feature screenplay 'The Big Prince' has been selected as one of 7 scripts to the eQuinox script lab 2020.

 

equinox

When the chance arises to shoot a commercial with a creative story and have the joy to work with real employees, I sometimes say YES. That's what happened for this little spot.

It will be out in Summer 2020!

zhdk

I love movie posters. And I love to design them. Here is a selection of works I have created or co-created upon my design.

Zugegeben, ich war nie besonders mutig, also bei Partys meine ich. Naja, aus diesem Grund hat mir die Filmhochschule bei der Aufnahmeprüfung wohl dann auch geraten, meine Regietätigkeiten an den Nagel zu hängen. Mein Ego war zu wenig gross, meinte die vorsitzende Kommission. Ich müsse schon wissen was ich wolle im Leben, als Regisseur. Schliesslich ist das die Königsdisziplin. Tja, und so kam es dazu, dass sie mir den Schnitt angeboten hatten. Schnitt: Dunkler Raum. 17 Grad. Abgestandene Luft. 15 Stunden am Tag in die flackernde Röhre schauen. Die Birne ist so wirr am Abend, dass man sie nur noch füllen kann. Voll attraktives Angebot, meinte die Hochschulleitung. Nur sehr wenige Studenten würden das studieren, ganz exklusiv. Ich musste noch am Gespräch entschieden ob ich das wollte, sonst würden sie das dem Nächsten weitergeben. Naja, dann hab ich halt zugesagt. Besser ein Studium als keins. Und nun, ein Jahr danach,  bereits nach Behandlungen gegen Zirkulationsstörungen und Wirbelneuausrichtung – welche übrigens die Krankenkasse der Hochschule übernommen hat, recht tolles Angebot – wurde mir eine Einladung an eine Filmpremiere zugeschickt. Also, alle von der Crew wurden natürlich eingeladen, aber alleine die Tatsache, dass ich in der dunklen Kammer nicht vergessen wurde, dass ich, der 6 Monate mich mit diesem Wirrwarr von Material abmühen musste und in der Geschichte einen Stil versuchte zu finden, persönlich angefragt wurde an ein Filmfestival mitzukommen, kam einer Sensation gleich. Es ist bei diesem Projekt in den letzten vier Monaten auch etwas sehr Sonderbares passiert. Ich habe mich verliebt. Im Schnittraum. 15 Stunden pro Tag habe ich mich mit ihr abgegeben und die besten Stellen ausgesucht. Ich kenne jede Pore ihres Gesichts, jedes Röcheln, jede Bewegung als Stillframe. Und das Beste ist: Alles was ich mir weggewünschte habe, konnte ich wegschneiden. Den Regisseur hat’s kaum gekümmert solange der Film erfolgreich wird. Gertrud heisst sie. Nicht gerade der modernste Name, ich weiss, aber wen kümmert das schon wenn alles andere stimmt? Gertrud Kohl ist die Protagonistin des Studentenfilms, welcher heute Abend Premiere feiert, und ich kann’s kaum erwarten sie richtig kennen zu lernen. Wie soll ich mich bloss vorstellen? Als jener der aus ihr endlich eine gute Schauspielerin gemacht hat? Naja, eigentlich stimmt’s ja. Gutes Spiel ist den Editoren zu verdanken. Regie als Königsdisziplin, ha! Dass ich nicht lache! Kaum zu glauben, dass man im 2019 immer noch von dem spricht. Ich rücke meinen Anzug zurecht, den ich mir von meinem Nachbar ausgeliehen hatte. Nur beim Bauch stimmt’s noch nicht ganz. Noch paar Jahre in der Editing Suite und der sitzt wie angegossen. Ich schaue umher, kenne ich vielleicht jemanden, ausser den Regisseur der eh keine Zeit hat sich mit mir abzugeben? Ich staune an den Unmengen von Leuten an der Party. Haben tatsächlich so viele Leute bei diesem Film mitgewirkt? Heute arbeiten ja eh alle gratis, da holt man sich die Leute auch extern. Jeder hat das Gefühl ein Star zu werden, dann nimmt man schon einiges in Kauf. Und plötzlich erklingt  ‚Entschuldigung!’ von meiner Seite. Ich drehe meinen Kopf und erblicke Gertrud vor mir, die mir ein leeres Weinglas entgegenstreckt. Ihre Poren an der Nase sind das erste, was mir ins Auge sticht. Erst danach nehme ich ihre gelockten Haare wahr, welche kaum in das Bild passen, welches ich mir in den letzten 6 Monaten von ihr aufgebaut hatte. ‚Gertrud!’ schreie ich laut wie ihr bester Freund und umarme sie innig, noch bevor ich irgendetwas denken konnte. Sofort befreit sie sich von meinem eisernen Griff. Empört schaut sie mich an und meint, sie wolle bloss ihr Weinglas aufgefüllt haben. Erst jetzt wird mir klar, dass sie mich im lächerlichen Anzug für einen Kellner hält. Ich versuche Gertrud klar zu machen, wie gut ich sie doch kenne. Jeden Tag, von morgen früh bis Abend spät habe ich sie gesehen, erkläre ich ihr. Sie macht einen weiteren Schritt zurück. Eigentlich nicht verwunderlich, in der heutigen Zeit der Überwachung. ‚Ich bin Editor!’ sage ich ihr freudig, als ob dies nun alles wieder gutmachen würde. Sie bleibt noch immer angewurzelt stehen – stumm, mit ihren braunen schönen Augen, die ich mittlerweile besser kannte wie jene meiner Mutter. Ich erkläre ihr, ich hätte den Studentenfilm geschnitten, sie gemacht zu der, die heute Abend über die Leinwand flimmert, zu der, die duzende Preise gewinnt und an die Studentenoscars reist. Gertrud lächelt irritiert und meint, sie brauche nun ein Glas Wein. Ich nicke verlegen. Sie tritt ab, zurück zur Theke wo Bier und Wein der gefeierten Equippe entgegenfliessen. Ich beobachte wie sie zwei Gläser verlangt. Scheinbar habe ich doch nicht so einen schlechten Eindruck hinterlassen. In meinem Bauch kribbelt es. Würde es Blick am Abend noch geben, so wäre dies doch die beste Front-Story. Editor verliebt sich in Schauspielerin und lernt sie nach 6 Monaten Schnitt endlich kennen. Doch den Blick am Abend gibt’s nicht mehr. Und ihren Blick auch nicht, denn dieser fällt nicht mehr zu mir, sondern zum Regisseur. Mit den vollen Weingläsern steuert Gertrud auf die entgegengesetzte Richtung. Sie hält ihm das zweite Glas hin und lächelt Charmant, sodass er sie gleich für das nächste Projekt buchen wird. Eine Glocke erklingt. Zeit, um das Meisterwerk im Kino anzuschauen. Doch ich bleibe stehen wo ich bin. Und niemand vermisst mich. Mit paar Salznüsschen und dem Rechaudkerzchen verbringe ich den Abend am Stehtisch und fülle meine Birne, sodass es sich anfühlt wie nach einem langen Schnitttag – nur etwas weniger befriedigend. Die Schulleitung hatte doch recht, ich bin gemacht für den dunklen Raum mit stickiger Luft. Noch bevor der Film zu Ende geht mache ich mich auf den Weg in meinen Schnittraum. Es warten acht weitere Studentenfilme auf mich, mit spannenden Hauptrollen. Ab ins neue Jahr.

Wonderful to have you in the 'ART SPACE' section. This part of the website is dedicated to a broader range of art. It may be regarded as a blog, where posters, texts, drawings and other artistic pieces are displayed.

Below you will find a series of poster art work by Timo. They were designed for the bi-annual concerts of the filmmusic symphony orchestra 'TiFiCo' in Zürich.